Brannte nicht unser Herz …

Lk 24,27: Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift
von ihm gesagt war.

Die Emmausjünger waren unterwegs und unterhielten sich darüber was eben passiert war. Dann heißt es: … da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, dass sie ihn nicht erkannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Dinge, die ihr miteinander verhandelt unterwegs? Da blieben sie traurig stehen. Und der eine, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist?

Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Taten und Worten vor Gott und allem Volk; wie ihn unsre Hohenpriester und Oberen zur Todesstrafe überantwortet und gekreuzigt haben. Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen werde. Und über das alles ist heute der dritte Tag, dass dies geschehen ist. … Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben!


Trägen Herzens – Es fällt uns schwer etwas zu glauben. Wir können es nicht fassen, die Bedeutung ist uns nicht klar. Oft hindern uns unsere eigenen Vorstellungen, Hoffnungen, ein falsches Verständnis, oder eigene Interessen dem zu glauben was uns gesagt ist. Oder es entzieht sich unserem menschlichen Denken.

Trägen Herzens zu glauben


Gehaltene Augen

Oft hatte ich mich gewundert, wenn ich las, dass Jesus sich nicht zu erkennen gab. Z.B. auf dem Fest, die Emmausjünger, oder als er in den Raum trat, als die Jünger beisammen saßen. Immer wieder lese ich die Stellen und ich denke: Warum?

Vielleicht wären die Emmausjünger gar nicht mehr in der Lage gewesen Jesus Erklärungen zuzuhören. Es heißt: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu Glauben. Da sie also nicht glaubten, was die Propheten über ihn sagten, wie sollten sie denn glauben, dass Jesus, der vor ein paar Tagen gekreuzigt wurde, jetzt neben ihnen lief und ihnen die heiligen Schriften erklärte?

Also musste doch Jesus ganz behutsam vorgehen und was auf mich sehr tröstlich wirkt: er nahm sich den beiden an, in ihrer Traurigkeit, Fassungslosigkeit, in ihrer Ratlosigkeit und auch viell. mit ihren eigenen Vorstellungen, wie für sie eine Erlösung Israels auszusehen hatte.

Allermeist aber sprach mich an, dass es Jesus selbst ist, der die Heiligen Schriften erklärte, von Mose bis zu den Propheten. Es war für mich so eine Entlastung. Ich muss nicht mehr an allerlei Orten Antworten und Erläuterungen suchen, für Dinge die ich nicht verstehe. Ich darf mich mit all meinen Fragen und Anliegen auch meinem Unverständnis an ihn wenden.

Träge Herzen

In der Bedeutung heißt es: schwerfällig, lustlos, ohne inneren Antrieb, langsam. – Ich erinnere mich an meine Jugend, wenn mir die älteren Menschen erzählten von ihren Geschichten, ihrem Leben. – Ich hörte nur mit halbem Ohr hin. Vielleicht weil es mich einfach nicht interessierte, oder nicht wusste, dass ich aus den alten Geschichten etwas lernen könnte. Vielleicht auch einfach, weil ich dachte: das ist doch schon so lange vorbei. Und doch steckten vielseits viele Impulse aus Tugend, Frömmigkeit und Lebensweisheit darin.

Erst im nachhinein merken wir, dass es doch ganz wichtige und weitreichende Informationen waren, vor denen man die Ohren verschloss. So sollen wir also ganz genau acht darauf haben, vor welchen Worten und Informationen wir unsere Aufmerksamkeit, unsere Ohren verschließen, weil wir keine Lust haben, weil wir zu träge sind, weil es gerade nicht in unsere Zeit zu passen scheint. Jedoch geht es nicht um uns, was wir wollen, was wir denken, wie wir etwas einschätzen. Es geht darum, was Jesus uns lehren und sagen will.